Ein zentraler Punkt in meiner Arbeit ist die Beschäftigung mit der Falte, dem Verhältnis von Material und Wert, der Psychologie glänzender Dinge und der 'Agency' materieller Welten. Die “material agency” geht davon aus, dass nicht nur menschliche Zuschreibungen, sondern auch Qualitäten der Dinge selbst eine Form von Wirksamkeit entfalten können.Materielle Dinge “wirken” nicht von außen, sondern durch ihre eigene Vielschichtigkeit, die sich in Begegnungen und Interaktionen aktualisiert.
Viele meiner Werkgruppen werden durch das dynamische Konzept der Falte verbunden. Hier interessiert mich Gilles Deleuze Sicht auf die Falte, der in Auseinandersetzung mit Leibniz’ Monadologie die Falte als kleinste Einheit der materiellen Welt versteht. Die Falte kann so als dynamischer Möglichkeitsraum betrachtet werden, auf dem bereits alle Potenzialitäten angelegt sind, welche durch verschiedene Mechanismen freigelegt, verborgen oder neu verknüpft werden.
Das Konzept und die Qualität der Falte, lässt sich auf verschiedenste Bereiche übertragen. Ebenso kann man eine kulturhistorische Ideengeschichte als Faltenwurf sehen, den jede Generation neu modelliert, daran unterschiedliche Aspekte hervorhebt, neue Aspekte verknüpft und diese so aktualisiert. Hierdurch können neue Perspektiven -jedoch nur eine weitere mögliche Version der Realität- hervorgebracht werden, da sie zeitgleich unendlich viele weitere Möglichkeiten einschließt.
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